Adieu gnome-font-viewer!

Tausende, wenn nicht Millionen Menschen haben sich in den vergangenen zwei Jahren entschlossen Windows den Rücken zuzukehren, um von nun an entweder ihr Geld einem Hersteller weißer Laptops mit leuchtenden Äpfeln zu schenken, oder aber nur noch mit dem Wellness-Linux mit Weltverbesserer-Image "Ubuntu" zu arbeiten. Nun wird dieses System zwar einerseits immer weiter verbessert, andererseits werden essenzielle Bestandteile für Homeanwender wie die einfache Schrift-Vorschau (gnome-font-viewer) einfach plötzlich ausgespart. Wer da per Doppelklick auf eine Schriftdatei nochmal eine Schriftvorschau sehen will, der hat leider Pech gehabt.

Da schlag ich mich seit zwei Stunden mit diesem Problem herum, bloß weil ich mal kurz ein paar Schriften ansehen will bevor ich sie installiere. Im Wiki von ubuntuusers mit einer Zeile vermerkt scheint es außer mir kaum jemanden zu stören. In einem Forum heißt es nur ganz nüchtern, dass die Weiterentwicklung vom gnome-font-viewer einfach ziemlich aufwendig gewesen sei, und man daher darauf verzichtet habe. Natürlich ist es aufwendig, eine Software zu pflegen. Warum dann nicht einfach den Nautilus auch aufgeben. Muss man Dateien unbedingt sehen bevor man sie öffnet? Man könnte sich den Namen einfach merken und dann eintippen, wenn er benötigt wird. Ach, und dann das neue Ubuntu Jaunty Jackalope. Inzwischen ist es soweit, dass gar nicht mehr über die neuen Features gesprochen wird, sondern nur noch über die möglichen Probleme, die bei der Nutzung auftauchen. Also entweder ist da meine Wahrnehmung gerade etwas unscharf - was nach einer beendeten Diplomarbeit durchaus mal sein kann - oder da geht langsam der Saft aus. Ach, ich bin ja schon etwas zwiegespalten.

Zwei Stunden nach einem einfachen Schriftvorschauprogramm suchend muss ich mich nun dem Open Source Diktat fügen und wohl doch eines dieser merkwürdigen Schriftmanager-Programme installieren. Und dann für immer darauf verzichten, dass ich per Doppelklick eine Schriftvorschau erhalte. Dabei werde ich dann denken: "Ist einfach zu viel Arbeit für die armen Programmierer, eine Schriftvorschauprogramm zu erhalten, das es bei Windows schon in der Version 3.1 gab."

Kommentare

1 Antwort zu “Adieu gnome-font-viewer!”

  1. Gravatar: michael michael schreibt:

    Seit einiger Zeit ist der fontviewer wieder im System. Insofern haben die Entwickler die Notwendigkeit wohl eingesehen.