Raubkopierer aus den eigenen Reihen?

Der Spiegel schreibt, dass viele Filme bereits vor dem offiziellen Kino-Termin als illegale Downloads im Netz verfügbar seien. Und wer hat sie hochgeladen? Das nennt man die "undichten Stellen" der Filmindustrie.

Geschimpft wird hingegen auf die bösen Internetnutzer und Raubkopierer in aller Welt. Fazit: Unser verstaubtes Copyright und Internet vertragen sich keineswegs.

Dürrenmatts Gedanke aus "Die Physiker", dass "was einmal gedacht wurde [... ] nicht mehr zurückgenommen werden [kann]", muss noch erweitert werden: Was einmal digitalisiert ist, kann nicht mehr geschützt werden. Hacker beweisen das seit über 15 Jahren. Eigentlich fing das Raubkopieren schon mit dem Tonband an, doch einerseits war die Anschaffung teuer und andererseits die Qualität der Kopien wesentlich schlechter. Seit dem Zeitpunkt, wo das Erstellen einer Kopie schneller möglich ist als die Dauer des Werkes, wimmert es nur so vor illegalen Kopien. Seit mp3 und mpeg kann alles nahezu in Originalqualität kopiert werden - vorausgesetzt der Straftäter kennt sich mit den Formaten aus.

Dass die Filmemacher damit nicht einverstanden sind, ist klar. Doch das Problem wird wohl kaum durch verbesserte Kopierschutzmechanismen und Droh-Vorfilme mit singenden Kindern vorm Knast des wegen Raubkopieren verknackten Vaters gelöst werden können. Stattdessen muss nach Wegen gesucht werden, wie den Nutzern der Zugang nicht unnötig erschwert wird und dabei den Autoren die nötige (finanzielle) Anerkennung zukommt. Wie das konkret aussieht, weiß noch keiner. Der Marktmechanismus jedenfalls versagt mal wieder.

 

 

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