Was Computer mit Soziologie verbindet
Digital Lifedesign brauchte eine ander Struktur. Und zu dieser Struktur passte das alte Layout nicht mehr richtig dazu. Ab heute ist hier mein Blog zu Medien, Open Source und Gesellschaft. Typo3, Internet, Fernsehen und VWL - hier wird alles gebloggt, was hilft, Spass macht und was mir Sorgen bereitet. Viel Spass damit!
Doch was Computer mit Soziologie verbindet ausser SPSS... Erst mal taucht die Soziologie immer dort auf, wo es zu gesellschaftlichen Problemen kommt. Computer und Internet haben viele Vorteile, jedoch auch ein Problem geschaffen, und das durch zwei Phänomene: durch die Kopierbarkeit von Daten und die gleichzeitige Vernetzung zwischen Menschen ist das bestehende Urheberrecht gefährdet. Software sowie Bild- und Tonträger werden kopiert und übers Netz ausgetauscht, die Gesetze dazu sind an Länder gebunden, das Internet jedoch länderübergreifend.
Interessant wird es, wenn man betrachtet, wie Menschen damit umgehen. Die einen sehen den wirtschaftlichen Schaden. Sie versuchen die Gesetze zu verschärfen und das Kopieren von Daten zu kriminalisieren. Die anderen sehen den produktiven Nutzen. Sie wollen neue Rechtsformen, wissen aber meist keine konkrete Lösung dafür. Man könnte die einen als konservativ bezeichnen, weil sie das bestehende System erhalten wollen, und die anderen als progressiv, weil sie die Entwicklung nicht bremsen wollen. Vermutlich sind die Konservativen stärker am Gewinn beteiligt als die Progressiven.
Das Urheberrecht einfach abzuschaffen ist insofern problematisch, dass Menschen Arbeit in die Schaffung eines solchen Werkes gesteckt haben, die in unserer Gesellschaft typischerweise entlohnt wird. Wer also muss den Lohn dafür zahlen? Das andere Extrem zeigt sich teilweise beim Patentrecht oder den GEMA-Rechten: wer ein gutes Patent besitzt oder wer einen Karnevalshit schreibt, der kassiert erst mal entsprechend der Nachfrage ab, egal wieviel Arbeit er reingesteckt hat.
Als einen der kreativsten Ansätze sehe ich Open Source an. Die Informatiker wusste im Gegensatz zu den Geschäftsleuten von Anfang an, dass das einmal Gedachte nicht wieder aus der Welt geschaffen werden kann. Der Verkauf von Gedanken ist eben so irrsinnig wie der Verkauf von Kunst. Entweder man verdient zu viel oder zu wenig. Wer soll das bemessen? "Die Nachfrage", könnte man antworten, aber dabei geht es nicht um die Nachfrage nach einer Idee, sondern um die Nachfrage nach Produkten, nach Marken, nach Bekanntheit und nach Vertrauen, und damit auch um Möglichkeiten zur Beeinflussung und zur Monopolisierung von Seiten der Anbieter. Dabei wird für die Gesellschaft kaum noch ein Wert produziert, weil ein Großteil der Konzentration und es Geldes auf das Marketing und die Geschäftsstrategie statt auf Entwicklung geht.